Infrarotheizung + Photovoltaik ist eine starke Kombination: Du nutzt selbst erzeugten Solarstrom, heizt punktgenau und reduzierst deine laufenden Kosten. Hier erfährst du, wann sich das lohnt, wie du richtig planst und welche Praxiswerte realistisch sind.
Kurze Antwort (TL;DR)
- Lohnend in gut gedämmten Gebäuden, bei zonenweiser Nutzung (Bad, Homeoffice) und hohem Eigenverbrauch des PV-Stroms.
- Begrenzt in reinen Wintermonaten ohne Speicher (niedriger PV-Ertrag).
- Optimiert durch Thermostate & Steuerungssysteme und ggf. Batteriespeicher.
So spielt Photovoltaik mit Infrarotheizung zusammen
Prinzip
PV-Module speisen via Wechselrichter ins Hausnetz. Deine Infrarotheizung nutzt diesen Strom sofort. Je höher der Eigenverbrauchsanteil, desto größer die Ersparnis.
Typische Richtwerte: ohne Speicher ca. 30–50 % Eigenverbrauch; mit 5–10 kWh Speicher ca. 50–70 % (haus- und nutzungsabhängig).
Praxis
- Räume tagsüber heizen (Bad, Homeoffice), wenn PV liefert.
- Über Zeitprogramme & Thermostate schalten – keine Dauerläufer.
- Optional: Batterie puffert Morgen-/Abendstunden.
Planung: Schritt für Schritt
- Leistungsbedarf je Raum bestimmen (Faustwerte: Neubau ~50–70 W/m², Altbau ~80–120 W/m²).
Heizlast-Rechner öffnen - PV-Größe & Dach prüfen (Ausrichtung, Verschattung, Ertrag, Wechselrichter).
- Eigenverbrauch erhöhen mit Smart-Home-Steuerung und ggf. Speicher (5–10 kWh).
- Installation durch Elektrofachbetrieb (Absicherung, Leitungsquerschnitt, Zählerplatz).
Wirtschaftlichkeit & Beispielwerte
Orientierungswerte: Strompreis 0,30 €/kWh; PV: 4–6 kWp; Erträge und Einsparungen variieren je nach Standort und Nutzung.
| Szenario | PV-Leistung | Eigenverbrauch* | IR-Anteil davon | PV-kWh für IR | Ersparte Kosten/Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| EFH klein: Bad & Homeoffice | 5 kWp | ≈ 40 % | ≈ 40–60 % | ≈ 800–1.200 | ≈ 240–360 € |
| EFH mit Speicher (7 kWh) | 6 kWp | ≈ 60–70 % | ≈ 50–65 % | ≈ 1.200–1.800 | ≈ 360–540 € |
| Nur Übergangszeit beheizt | 4 kWp | ≈ 35–45 % | hoch (tagsüber) | ≈ 600–900 | ≈ 180–270 € |
*Eigenverbrauch = Anteil des PV-Stroms, den du selbst nutzt (statt einzuspeisen).
Steuerung & Smart Home
Mit intelligenter Regelung vermeidest du unnötigen Verbrauch und erhöhst den PV-Eigenverbrauch.
- Thermostate & Zeitprogramme für bedarfsgerechtes Heizen.
- Dynamische Stromtarife nutzen: Heizfenster bei günstigen Preisen einplanen.
- Optional Lastmanagement: mehrere Panels abgestimmt betreiben.
Typische Stolpersteine
- Winterertrag wird überschätzt – Stärke liegt in Übergangszeiten.
- Dauerbetrieb ohne Regelung treibt Kosten hoch.
- Falsche Dimensionierung (zu klein/zu groß) mindert Komfort & Effizienz.
PV & elektrische Fußbodenheizung
Für gleichmäßige, angenehme Wärme kann PV auch mit elektrischer Fußbodenheizung kombiniert werden. Besonders sinnvoll in Bädern und Wohnräumen mit längerer Aufenthaltsdauer.
- Pro: sehr gleichmäßige Wärmeverteilung, ideal mit Zeitplänen/Absenkphasen.
- Beachten: höhere thermische Trägheit – Planung von Heizzeiten essenziell.
- Alternative/Ergänzung: punktgenaue Infrarotheizungen für schnelle Wärme.
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich zwingend einen Batteriespeicher?
Kann ich die Infrarotheizung „direkt“ an PV betreiben?
Welche Rolle spielen dynamische Stromtarife?
Fazit & Nächste Schritte
Die Kombination aus Infrarotheizung & Photovoltaik lohnt sich besonders in gut gedämmten Gebäuden, beim gezielten Zonenheizen und hohem Eigenverbrauch. Mit Steuerungssystemen, Zeitplänen und ggf. Speicher holst du mehr aus deiner PV-Anlage heraus – effizient und nachhaltiger.
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Disclaimer: Alle Angaben sind Richtwerte zur Orientierung. Reale Werte hängen u. a. von Standort, Dachausrichtung, Dämmstandard, Raumhöhe, Nutzerverhalten und Steuerung ab und ersetzen keine individuelle Fachplanung.
