Du planst eine neue Heizung und schwankst zwischen Infrarotheizung und Wärmepumpe? In diesem Artikel vergleichen wir beide Systeme ehrlich und verständlich – mit Fokus auf österreichische Haushalte, typische Anwendungsfälle (Sanierung, Wohnung, Einfamilienhaus) und realistische Kostenrahmen. Unser Ziel: eine klare Entscheidungshilfe, die dir zeigt, für welche Situationen Infrarot die smarte Lösung ist – und wann eine Wärmepumpe sinnvoll sein kann.
Grundlagen: Wie heizen Infrarot & Wärmepumpe?
Infrarotheizung – Strahlungswärme
Infrarotpaneele erwärmen Oberflächen (Wände, Möbel, Körper). Das fühlt sich natürlich an, reduziert Luftumwälzung und hält Wände trocken. Installation: einfach (Stromanschluss), wartungsfrei, punktgenau erweiterbar.
Wärmepumpe – Effiziente Wärmerückgewinnung
Wärmepumpen gewinnen Wärme aus Umweltenergie (Luft, Erde, Wasser) und arbeiten besonders effizient mit Niedertemperatur-Systemen (z. B. Fußbodenheizung). Installation: aufwändiger, höherer Platzbedarf, regelmäßige Wartung.
Für wen eignet sich welches System?
- Infrarot passt ideal bei: Wohnungen, Einfamilienhäusern mit guter Dämmung, Sanierungen ohne großen Eingriff, Zusatzheizung (Bad, Homeoffice, Wintergarten), Ferienimmobilien.
- Wärmepumpe punktet bei: Neubauten mit Flächenheizung, sehr guter Gebäudehülle, ausreichend Platz im Technikraum und Außenbereich.
Ehrlich gesagt: Für große, unsanierte Altbauten ist eine alleinige Infrarotheizung selten wirtschaftlich – hier ist eine Hybridlösung (bestehende Heizung + gezielte Infrarot-Zonen) oft die clevere Wahl.
Kosten & Betrieb (AT): Anschaffung, Strom, Wartung
Anschaffung
- Infrarot: niedrige Einstiegskosten pro Raum; keine Hydraulik, kein Technikraum.
- Wärmepumpe: hohe Anfangsinvestition (Gerät, Installation, Peripherie), evtl. Förderung notwendig.
Betrieb & Wartung
- Infrarot: Stromdirektheizung – echte Kosten hängen von Dämmung, Laufzeit, Steuerung ab; praktisch wartungsfrei.
- Wärmepumpe: sehr effizient, aber wartungs- und servicebedürftig; Effizienz abhängig von Außentemperatur/Systemauslegung.
Hinweis: Strompreise und Förderkonditionen variieren regional und über die Zeit. Entscheidend sind korrekte Dimensionierung und smarte Steuerung.
Komfort, Steuerung & Smart Home
- Sofort spürbar: Infrarot liefert schnell angenehme Wärme an Oberflächen – perfekt fürs Bad oder punktuelle Zonen.
- Ruhe & Luftqualität: Kaum Luftumwälzung → weniger Staub, angenehmes Raumklima.
- Smart steuerbar: Mit Thermostaten, App & Szenen (z. B. Absenkung tagsüber) lassen sich Kosten nachhaltig senken.
Tabellen-Vergleich: Infrarot vs. Wärmepumpe
| Kriterium | Infrarotheizung | Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Installation | Einfach, ohne Eingriff ins Heizsystem | Aufwändig, Fachbetrieb & Peripherie nötig |
| Investitionskosten | Niedrig bis moderat (raumweise skalierbar) | Hoch (Gerät, Hydraulik, Erdarbeiten je nach Typ) |
| Wartung | Wartungsfrei | Regelmäßige Wartung/Service |
| Effizienz | Direktstrom; stark nutzungs- & dämmungsabhängig | Sehr effizient bei richtiger Auslegung (COP abhängig von System/Temperatur) |
| Reaktionszeit | Schnell, punktgenau | Eher träge (mit Flächenheizung effizient) |
| Luftqualität | Wenig Luftumwälzung, angenehm | Neutral, je nach System |
| Eignung Sanierung | Sehr gut – ohne Baustelle | Abhängig von Platz & Gebäudehülle |
| Förderungen | Mitunter möglich (raumweise E-Heizungen selten gefördert) | Oft förderfähig im Neubau/Sanierung |
| Zusatznutzen | Hält Wände warm/trocken (Schimmelprävention) | Kann auch kühlen (bei geeigneten Systemen) |
Praxisbeispiele aus Österreich
- Sanierung Einfamilienhaus (gut gedämmt): Infrarot als Hauptheizung mit Raum-Thermostaten; niedrige Investition, sehr einfache Umsetzung, gut steuerbar nach Bedarf.
- Bestandswohnung (60–90 m²): Infrarot ohne Eingriff ins Haus – keine Leitungen, schnelle Installation, ideale Ergänzung zu PV am Balkon/kleiner PV-Anlage am Dach.
- Neubau mit Fußbodenheizung: Wärmepumpe sinnvoll – zusätzlich Infrarot im Bad/Arbeitszimmer für punktuelle, schnelle Wärme.
Kaufberatung & nächste Schritte
So triffst du die richtige Wahl
- Gebäudehülle prüfen: Dämmstandard & typische Nutzung.
- Leistung berechnen: Mit dem Heizlast-Rechner pro Raum kalkulieren.
- Platzierung optimieren: Wand/Decke je nach Raum – freie Abstrahlfläche wichtig.
- Steuerung wählen: Thermostate & Zubehör für effizienten Betrieb.
FAQ – Häufige Fragen
Ist Infrarot wirklich günstiger als eine Wärmepumpe?
Kann ich Infrarot mit PV kombinieren?
Benötigt Infrarot Wartung?
Kann eine Wärmepumpe auch kühlen?
Fazit
Beide Systeme haben ihre Berechtigung. Wenn du schnell, sauber und wartungsfrei heizen möchtest – und dabei Räume gut gedämmt sind oder nur zeitweise Wärme brauchen – ist die Infrarotheizung oft die einfachste und wirtschaftlichste Lösung. Bei sehr gut gedämmten Neubauten mit Flächenheizung kann eine Wärmepumpe langfristig Vorteile bringen. In der Praxis ist eine Hybridstrategie häufig ideal: Wärmepumpe fürs Grundniveau, Infrarot für Komfortzonen (Bad, Homeoffice, Hobbyraum).
👉 Nächster Schritt: Heizlast pro Raum berechnen und passende Infrarotpaneele auswählen. Bei Fragen helfen wir gerne weiter – Kontakt.
Transparenz-Hinweis: Dieser Vergleich wurde so objektiv wie möglich erstellt. Am Ende entscheidet dein Gebäude, dein Nutzungsprofil und dein Budget. Wir beraten ehrlich – und empfehlen Infrarot dann, wenn es wirklich passt.
